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Führung und Kultur · Teil 11/11

Das Hexagon als Ganzes — die Skillmatrix des Caretaker-Gens

Sechs japanische Konzepte, die das Caretaker-Gen beschreiben, ergeben zusammen eine Landkarte. Was zwei Hexagon-Profile über den Unterschied zwischen Caretaker-Führungskräften und ergebnisorientierten Managern verraten.
Björn-Olaf Lange · 7. August 2026 · Lesezeit 2 Minuten
Hexagon-Grafik mit zwei Profilen: dem blauen Caretaker-Typ und dem goldenen ergebnisorientierten Führungsprofil auf den sechs Achsen des Caretaker-Gens

Seit dem Frühjahr habe ich sechs japanische Konzepte vorgestellt: Worte, die Dinge beschreiben, für die wir in der deutschen Sprache keinen Begriff haben, auch wenn jeder sofort weiß, worum es geht.

Heute zeige ich zum ersten Mal, wie sie zusammenhängen.

Sechs Konzepte, eine Landkarte

Oyakudachi, Mendomi, Shoganai, Kodawari, Omotenashi, Nemawashi. Jedes dieser Konzepte steht für sich, beschreibt eine Facette dessen, was Caretaker-Führungskräfte ausmacht. Zusammen ergeben sie eine Landkarte: das Hexagon des Caretaker-Gens.

Die sechs Achsen im Überblick:

Jedes Konzept bekommt eine Achse. Je weiter außen ein Punkt liegt, desto stärker ausgeprägt ist diese Dimension. Das entstehende Muster ist ein Profil.

Das blaue Profil — der Caretaker-Typ

Das blaue Hexagon zeigt das Profil eines Caretaker-Typs. Stark auf Oyakudachi, weil der innere Antrieb, nützlich zu sein, der eigentliche Motor ist. Stark auf Mendomi und Omotenashi, weil Fürsorge und Vorausdenken keine Extras sind, sondern der Modus, in dem Caretaker arbeiten.

Vergleichsweise niedriger Shoganai-Wert. Loslassen ist der blinde Fleck, an dem Caretaker oft arbeiten müssen — und an dem viele irgendwann ausbrennen, wenn niemand rechtzeitig hinschaut. Das ist kein moralisches Urteil, aber ein Risikopunkt, den jede gute Führungsbeziehung kennen sollte.

Das goldene Profil — ergebnisorientiert und klar

Das goldene Hexagon zeigt das Profil einer klassischen, ergebnisorientierten Führungskraft. Solide Kodawari und Shoganai: Qualitätsanspruch ist vorhanden, klare Grenzen fallen leichter. Was schwächer ausgeprägt ist, liegt bei allem, was mit antizipierender Fürsorge und stiller Konsensarbeit zu tun hat.

Kein Profil ist besser als das andere. Beide haben ihre Stärken, beide haben ihre blinden Flecken.

Was die Unterschiede erklären

Die zwei Profile erklären, warum manche Führungskräfte Vertrauen aufbauen und andere es nur verwalten. Warum manche Teams trotz guter Prozesse nie wirklich zusammenwachsen.

Es liegt selten an Fachkompetenz. Es liegt meistens daran, welche der sechs Achsen stark entwickelt ist und welche brachliegt — und ob das der Person bewusst ist.

Wo stehst du?

Für mein Buch habe ich einen Selbstbewertungsbogen entwickelt: 18 Aussagen, drei pro Achse, Skala eins bis fünf. Keine Antworten, die sich googeln lassen, nur Ehrlichkeit sich selbst gegenüber. Was dabei herauskommt, ist kein Testergebnis, sondern ein Ausgangspunkt für ein Gespräch — mit dir selbst, mit deinem Team, oder mit jemandem, dem du vertraust.

Eine Online-Version des Bogens folgt mit dem Buch. Wenn du ihn schon jetzt ausprobieren möchtest, schreib mir kurz an kontakt@langeatn.de, dann bekommst du ihn von mir persönlich zugeschickt.

Die Serie geht weiter. Als nächstes: Caretaker in der Krise — was in schwierigen Momenten wirklich trägt.

Zuerst erschienen auf LinkedIn am 7. August 2026.

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