„Ich habe Feuer gemacht!” brüllt Tom Hanks in Castaway, allein auf einer Insel, nachdem er tagelang gekämpft hat, das Lagerfeuer zu entzünden. In diesem Moment war er mit Recht stolz wie Oskar.
Heute sage ich mindestens ebenso stolz: Ich habe mein erstes eigenes Obsidian-Plugin erstellt — und es ist ab sofort für alle Obsidian-Nutzer frei verfügbar.
Das Problem: keine Tankanzeige für meinen KI-Verbrauch
Wer täglich mit Claude Code arbeitet, kennt das Gefühl: Die KI liefert, die Ergebnisse stimmen — aber wie viel kostet das eigentlich? Nicht im Sinne von Euro pro Monat, sondern konkret: Wie viele Token hat der letzte Befehl verbraucht? Wie viel läuft heute insgesamt auf? Wo stehe ich nach sieben Tagen?
Ich wollte eine Tankanzeige. Der Zahlenjunkie in mir wollte verstehen und sehen, wie viel ich wirklich für meine KI-Arbeit verbrenne.
Das Dilemma: kein API-Key, kein brauchbares Dashboard
Mein Problem: Ich habe trotz Pro-Abo keinen Organization-API-Key, um die Daten direkt bei Anthropic abzurufen. Was der Markt bisher anbietet, wäre ohnehin nur ein weiteres Dashboard auf einem weiteren Bildschirm — und genau das wollte ich nicht.
Ich wollte die Zahlen dort, wo ich arbeite: direkt in Obsidian, meinem digitalen zweiten Gehirn. Ein Plugin dafür gab es nicht. Weder bei Obsidian selbst, noch in der Community mit über 5.000 verfügbaren Erweiterungen.
Also: selbst ist der Björn.
Die Lösung: JSONL-Dateien lokal
Nach etwas Recherche war die Antwort überraschend elegant. Claude Code speichert alle Session-Daten als JSONL-Dateien lokal auf dem Rechner. In jeder Nachricht steckt alles, was ich brauche — Timestamp, Modell, Session-ID, Token-Counts:
"cache_creation_input_tokens": 16926, "cache_read_input_tokens": 0, "output_tokens": 252
Lokal, kein API-Key nötig, kein Organisations-Account. Das Plugin liest diese Dateien direkt, ohne externe Abhängigkeiten, ohne Datenweitergabe, ohne extra Token zu verbrauchen.
Gebaut mit Claude Code — und warum das kein Widerspruch ist
Die Programmierung des Plugins selbst hat Claude Code übernommen. Das ist mein Transparenzbeitrag: Der Need, das Design, das Konzept — das kam von mir. Die technische Umsetzung wurde mit KI-Unterstützung realisiert. Ich halte das nicht für einen Makel, sondern für eine ehrliche Arbeitsweise, die ich auch so kommuniziere.
Genau das ist der Punkt, den ich mir zu feiern erlaube.
Was Token Usage zeigt
Das Plugin zeigt direkt in der Obsidian-Seitenleiste, in Echtzeit: die letzte Aktion mit Modell und Token-Details, den Verbrauch der laufenden Session, das Tagesgesamt, einen farbcodierten Balkenchart über sieben Tage (grün bis rot nach Intensität) und die 30-Tage-Übersicht — alles ohne Tab-Wechsel, ohne externes Tool und ohne extra Token zu verbrauchen.
Jetzt im offiziellen Obsidian Plugin-Verzeichnis
Token Usage ist seit dem 31. Juli 2026 offiziell im Obsidian Community Plugin-Verzeichnis gelistet, mit Health-Bewertung “Excellent” und einer Satisfactory-Review.

Das Plugin lässt sich direkt aus Obsidian heraus installieren: Einstellungen → Community Plugins → Suche nach “Token Usage”. Der komplette Quellcode liegt auf GitHub.
Für mich ist das ein persönlicher Meilenstein: KI nicht nur nutzen, sondern damit bauen. Das erste Open-Source-Projekt mit meinem Namen dran — “Von Björn-Olaf Lange”. Das klingt gut.
Wer Claude Code intensiv nutzt und den eigenen Token-Verbrauch wirklich verstehen möchte, findet in Token Usage genau das, was vorher nicht da war.